
Nesselfieber, medizinisch Urtikaria, kann tatsächlich durch Kälte ausgelöst werden. Diese besondere Form wird Kälteurtikaria genannt und ist vielen Betroffenen auch als „Kälteallergie“ bekannt. Die Erkrankung ist selten, aber potenziell gefährlich – und kann sowohl im Winter als auch im Sommer auftreten.
Was ist eine Kälteurtikaria?
Bei der Kälteurtikaria reagiert die Haut überempfindlich auf niedrige Temperaturen oder plötzliche Temperaturwechsel. Schon ein kurzer Aufenthalt in kalter Luft, kaltes Wasser oder der Kontakt mit kalten Gegenständen können genügen, um Beschwerden auszulösen. Typisch sind juckende Quaddeln und Schwellungen, ähnlich wie nach einem Brennnesselstich.
Besonders tückisch: Die Hautreaktionen treten häufig erst beim Wiedererwärmen auf – etwa nach dem Betreten einer warmen Skihütte, beim Aufwärmen an der Sonne oder nach einer warmen Dusche.
Typische Auslöser im Alltag
Eine Kälteurtikaria kann durch viele alltägliche Situationen ausgelöst werden, darunter:
- Aufenthalt in der kalten Luft im Winter oder bei Wind
- Schwimmen in kaltem Wasser (Seen, Meer, Pools)
- Kalte Duschen oder Klimaanlagen
- Kontakt mit kalten Oberflächen
- Verzehr von kalten Getränken oder Speisen (z. B. Eiscreme)
- Gerade letzteres kann gefährlich sein, da es zu Schwellungen im Mund- und Rachenraum kommen kann und dadurch die Atmung behindert wird.
Symptome der Kälteurtikaria
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein:
Hautreaktionen
- Rötungen und juckende Quaddeln
- Schwellungen von Haut, Lippen oder Händen
Allgemeinsymptome
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Herzklopfen
Schwere Verläufe
- Atemnot
- Schwindel
- Blutdruckabfall
- Anaphylaktischer Schock (lebensbedrohlich)
In schweren Fällen – etwa beim Sprung ins kalte Wasser – kann es innerhalb kurzer Zeit zu einer systemischen Reaktion kommen, die sofortige medizinische Hilfe erfordert.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?
Wenn Sie nach Kälteeinwirkung wiederholt Hautreaktionen oder Allgemeinsymptome bemerken, sollten Sie dies unbedingt abklären lassen. Eine Fachärztin oder ein Facharzt für Dermatologie oder Allergologie kann mithilfe gezielter Tests die Diagnose sichern, das individuelle Risiko einschätzen und eine passende Therapie empfehlen.
Fazit
Eine durch Kälte ausgelöste Urtikaria ist real und sollte ernst genommen werden. Mit der richtigen Diagnose, individueller Beratung und geeigneten Schutzmassnahmen lassen sich Risiken jedoch deutlich reduzieren. Das Hautzentrum Zürich unterstützt Sie kompetent bei Abklärung, Behandlung und langfristiger Betreuung.
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