Chronisches Handekzem – eine häufige Berufskrankheit der Haut

Aesthetische Behandlung Frau

Das chronische Handekzem zählt zu den häufigsten anerkannten Haut-Berufskrankheiten in der Schweiz. Besonders betroffen sind Menschen, die im Berufsalltag regelmässig mit Wasser, Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln, Chemikalien oder Metallen in Kontakt kommen. Dazu gehören unter anderem Pflegekräfte, Coiffeure, Reinigungspersonal sowie Mitarbeitende in der Lebensmittelindustrie, Gastronomie und in der Bau- bzw. Metallbranche.

Für Betroffene bedeutet ein chronisches Handekzem oft eine erhebliche Einschränkung im Alltag und im Beruf. In schweren Fällen kann es zu längerer Arbeitsunfähigkeit oder sogar zur Aufgabe des erlernten Berufs kommen. Eine frühzeitige dermatologische Abklärung ist daher entscheidend.

Wie entsteht ein chronisches Handekzem?

Die gesunde Haut verfügt über eine intakte Hautschutzbarriere, die vor Krankheitserregern schützt, den Feuchtigkeitshaushalt reguliert und schädliche Umwelteinflüsse abwehrt. Wird diese Barriere dauerhaft überlastet, kann sie ihre Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen.

Häufiges Händewaschen bzw. Arbeiten mit Wasser und Seife oder der Kontakt mit hautreizenden Substanzen führt dazu, dass die natürliche Fettschicht der Haut ausgewaschen wird. Die Hornschicht trocknet aus, verliert an Elastizität und wird durchlässiger. Erste Anzeichen sind Trockenheit, Schuppung, Rötungen oder feine Risse, häufig zwischen den Fingern. Ohne Behandlung kann sich daraus ein chronisches, entzündliches Ekzem mit Juckreiz, Brennen und Schmerzen entwickeln. In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auch auf andere Körperstellen ausbreiten.

Therapie des chronischen Handekzems

Die Behandlung erfolgt individuell und stufenweise. Grundlage jeder Therapie ist die konsequente Meidung auslösender Faktoren, insbesondere Feuchtarbeit und hautreizender Stoffe. Ergänzend sind folgende Massnahmen entscheidend:

  • Regelmässiges Tragen geeigneter Schutzhandschuhe
  • Konsequente Basispflege mit rückfettenden, parfümfreien Cremes
  • Antientzündliche Lokaltherapie, meist mit kortisonhaltigen Cremes
  • Moderne nicht-kortisonhaltige Wirkstoffe wie Tacrolimus, Primecrolimus und JAK-Inhibitoren (z. B. Delgocitinib)
  • Phototherapie (UV-B oder PUVA) bei therapieresistenten Verläufen

Bei schweren oder chronisch therapieresistenten Formen können systemische Therapien in Tablettenform notwendig sein. Ziel ist stets, die Entzündung zu kontrollieren, die Hautbarriere zu stabilisieren und Rückfälle zu vermeiden.

Berufskrankheit und Kostenübernahme in der Schweiz

Ist das Handekzem überwiegend beruflich bedingt, kann es bei der Suva oder einer privaten Unfallversicherung als Berufskrankheit gemeldet werden. Voraussetzung ist, dass der berufliche Einfluss nachweislich mindestens 75 Prozent zur Entstehung der Erkrankung beigetragen hat. In diesen Fällen übernimmt die Unfallversicherung in der Regel die Kosten für Diagnostik und Therapie.

Hausmittel zur unterstützenden Pflege

Hausmittel können eine medizinische Therapie sinnvoll ergänzen, ersetzen diese jedoch nicht. Bewährt haben sich kurze feuchte Umschläge mit Schwarztee, die juckreizlindernd und entzündungshemmend wirken. Auch Handbäder mit ölhaltigen Badezusätzen können trockene, rissige Haut geschmeidiger machen.

Fazit: Frühzeitige Behandlung schützt Haut und Beruf

Ein chronisches Handekzem ist mehr als ein kosmetisches Problem – es ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Je früher die Diagnose gestellt und eine gezielte dermatologische Therapie begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto eher lassen sich chronische Verläufe vermeiden.

Bei Symptomen wie anhaltende Rötung, Schuppung, Juckreiz, Nässen oder schmerzhaften Hautrissen empfiehlt sich eine frühzeitige Abklärung in einer spezialisierten Hautarztpraxis. Das Hautzentrum Zürich bietet Kassenpatientinnen und -patienten eine umfassende Diagnostik und moderne, leitliniengerechte Behandlung des chronischen Handekzems – individuell abgestimmt und mit dem Ziel, Ihre Haut langfristig zu stabilisieren und Ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

 

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Häufige Fragen zum chronischen Handekzem

Ist ein chronisches Handekzem heilbar?

Ein chronisches Handekzem ist oft gut behandelbar, aber nicht immer vollständig heilbar. Mit konsequenter Therapie und Vermeidung der Auslöser lassen sich Beschwerden jedoch meist deutlich reduzieren.

Wann sollte ich mit einem Handekzem zum Hautarzt?

Wenn Rötungen, Juckreiz, Risse oder Nässen länger als zwei Wochen anhalten oder sich verschlimmern, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?

Ja. Die medizinische Behandlung eines Handekzems wird in der Regel von der Grundversicherung übernommen. Bei beruflich bedingten Ekzemen kann zusätzlich die Unfallversicherung (z. B. Suva) zuständig sein.

Welche Berufe sind besonders betroffen?

Besonders häufig betroffen sind Pflegeberufe, Coiffeure, Reinigungskräfte, Mitarbeitende in der Lebensmittelindustrie (Bäcker) und Gastronomie sowie Personen in handwerklichen Berufen.

 

Anmeldung: 044 318 88 99