
Haarausfall betrifft viele – doch nicht jeder Haarverlust ist gleich. Der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache für dünner werdendes Haar bei Frauen und Männern. Wer die ersten Anzeichen früh erkennt, kann gezielt gegensteuern und den Verlauf verlangsamen. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und welche Unterschiede es zwischen den Geschlechtern gibt.
Was ist erblich bedingter Haarausfall?
Der genetisch bedingte Haarausfall wird durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) ausgelöst. Dieses Hormon verkürzt die Wachstumsphase der Haare, wodurch sie mit der Zeit dünner werden und schliesslich ausfallen. Oft ist der Haarausfall zunächst kaum wahrnehmbar. Typisch ist ein schleichender Verlauf über mehrere Jahre.
Erste Anzeichen bei Männern
Charakteristisch für den erblich bedingten Haarausfall bei Männern ist der Verlauf in drei klar unterscheidbaren Stufen:
- Geheimratsecken: Die Haare ziehen sich an den Schläfen zurück. Dies ist häufig das erste sichtbare Zeichen.
- Tonsur (Lichtung am Hinterkopf): Am Oberkopf entsteht eine kahle oder dünner werdende Stelle.
- Fortschreitender Haarverlust (Haarkranz): Mit der Zeit verbinden sich Geheimratsecken und Tonsur – es entsteht eine klassische Glatzenbildung.
Wichtig: Der Prozess beginnt oft schon im jungen Erwachsenenalter.
Erste Anzeichen bei Frauen
Bei Frauen verläuft der erblich bedingte Haarausfall meist weniger offensichtlich, da das Haar am ganzen Kopf nach und nach lichter wird.
- Scheitel wird breiter: Der Mittelscheitel wirkt zunehmend lichter – besonders im Stirnbereich.
- Allgemein dünner werdendes Haar: Das Haar verliert an Volumen und wirkt insgesamt feiner.
- Kein kompletter Haarverlust:Im Gegensatz zu Männern kommt es selten zu komplett kahlen Stellen.
Wichtig: Häufig tritt der Haarausfall erst nach hormonellen Veränderungen auf, z. B. nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.
Unterschiede zwischen Frauen und Männern
| Merkmal | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| Muster | Geheimratsecken, Tonsur | Diffuse Ausdünnung |
| Beginn | Oft früh (20 - 30 Jahre) | Häufig später |
| Verlauf | Deutlich sichtbar | Schleichend |
| Kahlheit | Häufig | Selten |
Wann sollten Sie handeln?
Frühes Handeln ist entscheidend. Sie sollten eine dermatologische Abklärung in Betracht ziehen, wenn:
- Sie über mehrere Monate vermehrt Haare verlieren
- Ihr Haar sichtbar dünner wird
- sich Ihr Haaransatz verändert
- familiär Haarausfall bekannt ist
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Eine genaue Diagnose erfolgt durch eine dermatologische Untersuchung. Dabei steht die Analyse der Haarwurzeln, Wachstumsphasen und Kopfhaut im Fokus. Die Verfahren reichen vom einfachen Zupftest (Pull Test) und der mikroskopischen Haaranalyse bis hin zum digitalen Trichoschan oder computerunterstützten Trichogramm.
Die Behandlungsansätze zielen primär darauf ab, den weiteren Haarverlust zu stoppen und den verkümmerten Haarwurzeln neues Wachstum zu ermöglichen:
- Medikamente zur Hemmung von DHT
- Spezielle Lösungen zur Förderung des Haarwachstums
- PRP (Plättchenreiches Plasma), Eigenblut-Therapie
- Microneedling
- Ergänzende Nährstoffe
Wichtig: Hinzu kommen individuelle Therapiepläne für Frauen und Männer.
Fazit: Früh erkennen - gezielt handeln
Erblich bedingter Haarausfall ist keine Seltenheit – aber er muss nicht unbehandelt bleiben. Wer die typischen Muster erkennt und früh reagiert, kann den Verlauf deutlich beeinflussen.
Wenn Sie unsicher sind, lohnt sich eine professionelle Abklärung. Das Team des Hautzentrums Zürich unterstützt Sie gerne mit moderner Diagnostik und individuell abgestimmten Therapien.
Anmeldung: 044 318 88 99